Arbeitsvermittlung in Deutschland

Arbeitsvermittlung in DeutschlandDie offiziellen staatlichen Stellen

Wer in Deutschland auf der Suche nach einer Arbeit ist, kommt um die Bundesagentur für Arbeit nicht herum. Denn wer auf Arbeitssuche ist, ist für gewöhnlich beschäftigungslos oder aber kurz davor, seine gegenwärtige Beschäftigung zu verlieren. In diesem Fall ist es notwendig, sich zunächst einmal arbeitssuchend und später vielleicht auch arbeitslos zu melden, um in den Genuss von Arbeitslosengeld 1 und später eventuell von Arbeitslosengeld 2 (besser bekannt als Hartz 4) zu kommen. Wer bei der Bundesagentur für Arbeit erst einmal gemeldet ist, bekommt dann unter Umständen Stellenangebote in seinem Beruf oder Fachgebiet unterbreitet. Oft werden hier aber auch Stellen aus fachfremden Bereichen (zumeist sind dies einfache Arbeiten) an den Jobsuchenden gebracht. Es ist jedoch ebenfalls möglich, sich über das Internet in die eServices der Bundesagentur für Arbeit einzuloggen und dort selbst auf Arbeitssuche zu gehen.

Besteht bezüglich des Ortes der Beschäftigung eine gewisse Flexibilität, welche auch über Deutschland hinausreicht, so kann im Internet weiter nach der “Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit” gesucht werden. Dieser Bereich der Bundesagentur für Arbeit betreibt im Prinzip eine weltweite Arbeitsvermittlung.

Ebenfalls ist es besonders empfehlenswert, sich einmal mit Eures zu beschäftigen. Denn auf dieser Internetplattform sind neben der Bundesagentur für Arbeit auch die staatlichen Arbeitsvermittler aller anderen EU-Staaten durch sogenannte Eures-Berater vertreten, welche über die Arbeitsmarktsituation in den jeweiligen Mitgliedsstaaten Auskunft geben und bei der Jobsuche dort behilflich sein können. Hier kann sich der Arbeitssuchende auch einen Lebenslauf online sowie einen Skill-Pass in verschiedenen Sprachen anlegen, der von den ebenfalls bei Eures registrierten Arbeitgebern eingesehen werden kann.

Personaldienstleister als Arbeitsvermittler

Ein Problem bei der Bundesagentur für Arbeit, bei der ZAV sowie bei Eures ist jedoch, dass hier nicht alle freien Stellen gemeldet werden. Dies liegt unter anderem am Bewerbermanagement der Arbeitgeber, welche freiwerdende Stellen zunächst einmal intern besetzen wollen oder aber sich, teilweise auch über sogenannte Headhunter, lieber Arbeitnehmer suchen, die sich noch in festen Arbeitsverhältnissen befinden.

Ein weiterer Weg ist die Kontaktaufnahme der Arbeitgeber mit sogenannten Personaldienstleistern. In einem solchen Fall gibt der Arbeitgeber die Informationen über den Bedarf an Arbeitskräften sowie die gesuchten Qualifikationen an einen Personaldienstleister weiter, welcher dann einen Großteil des Bewerbermanagements von der Stellenausschreibung über die ersten Absagen sowie den dann folgenden ersten Bewerbungsgesprächen bis hin zu weiteren Assessment-Centern erledigt. Der eigentliche Arbeitgeber bekommt danach lediglich diejenigen Bewerber präsentiert, die es in die engere Wahl geschafft haben. Dies spart dem Arbeitgeber Kosten, welche für ein komplettes eigenes Bewerbermanagement normalerweise anfallen würden. Der Großteil der Suche nach geeigneten Bewerbern wird so einfach ausgelagert oder “outgesourced” und der Bewerber muss sich dann über die Personaldienstleister bewerben.

 

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Arbeitsvermittlung über Zeit- und Leiharbeit

Da sehr oft Personal lediglich für einen begrenzten Zeitraum benötigt wird (hierbei kann es sich bei einfachsten Arbeiten lediglich um Stunden, bei anspruchsvolleren Projekten jedoch auch um einige Jahre handeln), werden sehr oft Zeit- oder Leiharbeitsfirmen hinzugezogen. Diese arbeiten entweder wie Personaldienstleister, nur dass das gesuchte und später gefundene Personal dann bei diesen Zeit- oder Leiharbeitsfirmen angestellt wird und nicht beim eigentlichen Arbeitgeber. Oft werden bei diesen Zeit- oder Leiharbeitsfirmen aber auch Arbeitnehmer auf Vorrat eingestellt, deren Qualifikationen, Kompetenzen und Fähigkeiten mit großer Wahrscheinlichkeit von den verschiedenen Arbeitgebern benötigt werden. Die Zeit- oder Leiharbeitsfirma leiht die jeweiligen Arbeitnehmer dann für die benötigten Aufgaben sowie für den erforderlichen Zeitraum an die jeweiligen Arbeitgeber aus. Die zu erledigenden Arbeiten sind dieselben wie bei einem normalen Anstellungsverhältnis. Nur dass der eigentliche Arbeitgeber bei Ende des Bedarfs an zusätzlichen Arbeitskräften die nun für ihn überflüssigen Arbeitnehmer schnell, das heißt ohne Abfindung, Kündigungsfrist sowie weitere Unkosten und Probleme, wieder los ist. Die so freigesetzten Arbeitnehmer sind dann immer noch bei der Zeit- oder Leiharbeitsfirma angestellt. Sie werden nach Erledigung des vorangegangenen Jobs entweder entlassen oder aber an andere Arbeitgeber für neue Aufgaben ausgeliehen. Will der Arbeitnehmer auf diesem Weg eine Arbeit finden, so muss er sich entweder auf Stellenanzeigen bewerben, welche von der Leih- oder Zeitarbeitsfirma veröffentlicht wurden oder er muss sich initiativ bewerben. Bei einer initiativen Bewerbung sowie einer positiven Resonanz darauf und auf die ersten Gespräche und Bewerbungsprozeduren muss jedoch nicht immer eine Einstellung erfolgen. Oft wird der Bewerber auch auf eine Warteliste gesetzt. Ergibt sich innerhalb eines gewissen Zeitraumes eine Jobmöglichkeit, so wird der Bewerber weiter auf diese Aufgabe hin geprüft und dann erst eingestellt. Damit spart die Leih- oder Zeitarbeitsfirma ebenfalls noch Kosten.

Eigenheiten von Personaldienstleistern sowie Zeit- und Leiharbeitsfirmen

Personaldienstleiter sowie Zeit- und Leiharbeitsfirmen gibt es verschiedene.

Einige dieser Unternehmen sind lediglich lokal tätig. Andere dagegen sind immerhin schon regional tätig, manche auch im gesamten Bundesland bis hin zur gesamten Bundesrepublik Deutschland. Weitere rekrutieren ebenfalls Personal für die gesammte EU, für die gesamte westliche Hemisphäre oder gar weltweit.

Einige dieser Unternehmen decken lediglich ein begrenztes berufliches Umfeld ab. Andere dagegen größere Arbeitsfelder, wie zum Beispiel Arbeiten auf dem Bau sowie in dessen Umfeld. Oder aber die verschiedenen Ingenieurberufe. Manche haben jedoch ein noch größeres Umfeld und decken viele verschiedene Arbeitsfelder und Bereiche ab. Von Arbeiten auf dem Bau über Arbeiten in der Tourismusbranche oder im Hotel- und Gaststättengewerbe bis hin zu Berufen in den Natur- und Ingenieurswissenschaften ist hier dann vieles zu finden.

Ein Nachteil für den Arbeitssuchenden ist in diese Fällen der, dass die hier beschriebenen privaten Arbeitsvermittler ziemlich arbeitgeberlastig sind. Die Arbeitgeber bezahlen die Personaldienstleister sowie die Zeit- und Leiharbeitsfirmen, welche dann für die zahlenden Arbeitgeber die vakanten Stellen ausschreiben und die dafür richtigen Leute suchen. Für Arbeitssuchende ist solch ein Service zwar kostenlos. Jedoch muss sich ein jeder Arbeitssuchende im Rahmen einer solchen Stellenvermittlung uneingeschränkt der Konkurrenz seiner Mitbewerber stellen. Und diese kann in vielen Bereichen beträchtlich sein.

Arbeitnehmernahe private Arbeitsvermittlung sowie Karriereberatung und Karrierecoaching

Um dieses Problem zu umgehen, können auch Dinge wie private arbeitnehmernahe Jobvermittler beauftragt werden. Von diesen gibt es zwei Arten.

Zum einen ist es möglich, sich von der Bundesagentur für Arbeit einen Vermittlungsgutschein ausstellen zu lassen. Dieser wird dann einem von der Bundesagentur akzeptierten privaten Arbeitsvermittler vorgelegt, der sich danach mit dem Arbeitsuchenden abspricht sowie diesen über den Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern versucht zu vermitteln. Oftmals geschieht dies auch in Kombination mit sogenannten Bildungsgutscheinen, über die die Arbeitsuchenden von der Arbeitsagentur in Weiterbildungsmaßnahmen gesteckt werden. Weiterbildungsmaßnahmen, welche oftmals auch mit Praktika verbunden sind, die den Einstieg in das neue berufliche Umfeld erleichtern sollen. Der Vorteil an derartigen Einrichtungen ist der, dass diese den Arbeitsuchenden nichts kosten. Jedoch sind die Angebote hier weder mit den potentiellen Arbeitgebern noch auf den Arbeitsmarkt abgestimmt.

Zusätzlich dazu gibt es noch private Arbeitsvermittlungen, die der Arbeitsuchende selbst bezahlen kann und oft sogar muss. Hier kann sich wer will auch eine Karriereberatung sowie ein gezieltes Coaching finanzieren. Allerdings können auch diese Dienstleister keine Arbeitsplätze hervorzaubern und würden mit einer Jobvermittlung um jeden Preis bei Fehlbesetzungen ihren guten Ruf und somit ihre finanzielle Grundlage verlieren. Für den Arbeitsuchenden sind derartige Dienstleister zudem oft sehr teuer und somit oft kaum zu finanzieren.

 

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